Get Lazy ist ein dynamisches Unternehmen, das in Deutschland produziert und die perfekte Wohlfühl Kleidung für Zuhaus produziert.Der Hof von Christian Clauss befindet sich in Soultz sous forêts, im französischen Elsass, also ganz in der Nähe von Karlsruhe und Get Lazy. Seine Nichte, Barbara ist unsere neueste Mitarbeiterin und arbeitet selbst jeden Samstag auf dem Hof, der bis vor kurzen noch ihren Großeltern gehörte.

Auf dem Hof befinden sich 50 Milchkühe, die einmal morgens und einmal abends jeden Tag gemolken werden. Bei unserem Besuch konnten wir uns selbst ein Bild davon machen, wie die Kühe dort leben, lernten aber auch einiges über die harte Arbeit und Probleme eines Milchbauern.

Milchbauer als Beruf

Wir möchten uns an dieser Stelle nicht fragen, ob es ethisch vertretbar ist, Milch zu trinken. Milch wird getrunken, das hat Tradition. Ebenso wie der Beruf des Milchbauern. Ein Arbeitstag von Clauss beginnt schon früh, um 5 Uhr morgens werden die Kühe das erste Mal gemolken. Das kann bis zu 2 Stunden dauern. Danach werden die Kühe später am Tag, gegen 17 Uhr das zweite Mal gemolken. Jeden Tag bis zu 4 Stunden Kühe melken. Ohne Wochenende und Ferien.

Das Resultat der harten Arbeit: 1 000 Liter Milch in 2 Tagen von 50 Kühen. Die Milch von Clauss wird weiterverkauft um Joghurt und Quark daraus zu machen. Wer für einen Joghurt 35 ct zahlt, kann sich vorstellen, was der Weiterverkauf der Milch einbringt. Ein Glas Milch ist billiger als ein Glas Wasser.

Wirtschaftlicher Druck auf Molkereien

Die Ecobrand Get Lazy zu Besuch bei einem Milchbauern. Wir stehen nicht nur für Slowfashion, sondern sind für einen nachhaltigen und conscious Lebensstil.Ein Milchbauer arbeitet mit Lebewesen. Dennoch ist ein Hof ein wirtschaftlicher Betrieb. Ein Betrieb, der das Überleben sichern soll. Das Futter für Tiere, Benzin für landwirtschaftliche Geräte, die Melkanlage und die Haltung der Kühe. All dies muss mit dem Verkauf der Milch bezahlt werden. Das setzt Milchbauern unter Druck. Wenn eine Kuh nicht mehr genug Milch gibt, wird sie zum Schlachten verkauft. Eine Milchkuh muss mindestens einmal pro Jahr kalben, damit sie überhaupt Milch produziert. Auch wenn eine Kuh bis zu 25 Jahre alt werden könnte, werden Milchkühe in der Regel nur 5 Jahre alt. Danach geben die Kühe nicht mehr ausreichend Milch. Sie sind schlichtweg unrentabel.

Nach der Geburt eines Kalbs wird es von der Kuh getrennt. Die weiblichen werden aufgezogen und ersetzen die „alten“ Kühe, die männlichen Kälber werden wenige Wochen nach ihrer Geburt zum Schlachten verkauft. Bei den männlichen Kälbern wird der Druck auf die Milchbauern erneut sichtbar. Männliche Kälber könne keine Milch geben, sie werden also aussortiert. Doch ihre Fütterung und Haltung kostet Geld. Der Verkauf ist ein Minusgeschäft. Ein überflüssiges Lebewesen also? Es gibt Berichte von Betrieben, in denen die männlichen Kälber bei der Geburt gleich getötet werden, auf dem Hof in Soultz nicht.

Get Lazy Pants sind nachhaltig, fairtrade und biologisch. Daher passen sie auch gut auf einen lokalen BauernhofWir von Get Lazy lernten gestern noch etwas weiteres Erstaunliches über die Milchindustrie. Jeder Milchbauer muss im Voraus angeben, wie viel Milch er produzieren wird. Produziert er zu wenig, muss er zahlen, produziert er zu viel, gibt es ebenfalls eine Strafzahlung. Was ist der Sinn hinter solchen Regulierungen? Kann durch so viel Druck auf die Bauern die Milchkuh noch als ein Lebewesen gesehen werden?

Überleben nur große Betriebe?

Get Lazy wurde von Fabian Krüger aus Karlsruhe gegründet. Seine Motivation ist nachhaltige Kleidung, möglichst lokal herzustellen. Die Idee zu Get Lazy kam ihn in Indien, wo er einige Jahre arbeitete und das Abschalten durch Kleidung kennen lernte.Die Kühe in Soultz wirken zufrieden, sie haben genug Platz und Futter. Wenn man sie versucht zu streicheln, wird man abgeschleckt wie von einem Hund. Die Scheune, in der 50 Milchkühe Platz finden ist etwas größer als ein halbes Fußballfeld. Solch kleine Betriebe sind auch wenn Sie beste Milch produzieren durch einen niedrigen Milchpreis auch in Deutschland vom Überleben gefährdet. Daher rief Christian Schmidt, Landwirtschaftsminister, heute in Berlin zu einem Milchgipfel zusammen und versicherte Milchbauern finanzielle Hilfe.

Wären wir in einem Wirtschaftssystem, wo billigste Produktionskosten und Konkurrenz zwischen Unternehmen über deren Überleben entscheidet, überhaupt bereit mehr für die Milch zu zahlen? So viel, dass nicht nur die Milchkühe, sondern auch der Bauer und männliche Kälber angemessen leben können?

2 Response Comments

  • Sabine  19. Oktober 2016 at 10:50

    Wenn die Kälber von den Mutterkühen getrennt werden, hört man das Wehklagen der Mutterkühe über den ganzen Hof…

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