Viele Menschen kommen erst am späten Abend dazu, sich zu entspannen und ein wenig Ruhe nach dem Alltagsstress zu gönnen. Oft findet jedoch auch diese Entspannung nicht statt, weil man bereits den Ablauf des nächsten Tages plant. Gönnt man seinem Körper und der Seele keine Ruhe, ist allseits chronisch gestresst und den ganzen Tag unter Strom, ist ein Burnout oftmals nicht weit entfernt. Doch was ist ein Burnout überhaupt und wie ist ein Burnout zu erkennen?

 

Was ist Burnout?

Das Wort „Burnout“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „ausbrennen“. Das Burnout-Syndrom beschreibt eine emotionale und körperliche Erschöpfung, die über einen längeren Zeitraum besteht. Das Burnout-Syndrom ist als schleichender Prozess zu verstehen und entsteht nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt. Vielmehr entwickelt sich ein Burnout-Syndrom im Laufe mehrerer Monate bis Jahre und bleibt bei dem Betroffenen oft erst unbemerkt.

 

Burnout-Phasen nach Freudenberger

Herbert J. Freudenberger hat in den 70er und 80er Jahren den Begriff des Burnout-Syndroms maßgeblich geprägt. Er entwickelte einen 12-stufigen Zyklus, anhand dessen die Entwicklung eines Burnout-Syndroms besonders anschaulich beschrieben wird:

Einsame Frau auf der Bank

Viele Betroffene ziehen sich zurück

Phase 1:    Der Zwang, sich zu beweisen
Phase 2:     Verstärkter Einsatz
Phase 3:     Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse
Phase 4:     Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
Phase 5:     Umdeutung von Werten
Phase 6:     Verleugnung der Probleme
Phase 7:     Rückzug
Phase 8:     Verhaltensänderung
Phase 9:     Depersonalisation
Phase 10:   Innere Leere
Phase 11:   Depression
Phase 12:   Völlige Erschöpfung

 

Wie ersichtlich wird, beginnt der Prozess des Burnout-Syndroms mit dem Zwang, sich zu beweisen und sich verstärkt bei der Arbeit einzusetzen. Typisch für diese Phase ist das zwanghafte Engagement, ein Perfektionismus und die Unfähigkeit, anfallende Aufgaben zu delegieren. Infolgedessen werden die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt und verdrängt – hier werden beispielsweise Pausen als überflüssig erachtet. Hieraus entsteht in Folge von Orientierungslosigkeit ein zunehmender Rückzug vor sich selbst und der Welt und geht in eine Verhaltensänderung über. Der Betroffene empfindet eine innere Leere und fällt oft in eine Depression. Schließlich endet das Burnout-Syndrom in einer völligen Erschöpfung. An dieser Stelle bricht häufig das Immunsystem komplett zusammen.

 

Wie ist ein Burnout-Syndrom zu erkennen?

Die Symptome eines Burnout-Syndroms machen sich in der körperlichen, geistigen und sozialen Verfassung bemerkbar.
Typische Symptome sind:

  • Chronische Müdigkeit und Erschöpfung über mehrere Wochen
    Viele Betroffene leiden unter starken Kopf- und Rückenschmerzen

    Viele Betroffene leiden unter starken Kopfschmerzen

  • Konzentrationsstörungen
  • Antriebsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Kopf-/Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Soziale Isolation
  • Libidostörungen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gereiztheit
  • Innere Anspannung
  • Aggressivität
  • Verlust der Empathie

 

Help-Ausruf auf einer Hand

Suche dir rechtzeitig Hilfe

Diagnose und Behandlung

Nach Auftreten eines oder mehrerer Symptome nehmen viele Betroffene den Kontakt zu ihrem Hausarzt auf. Erkennt dieser Anzeichen eines Burnout-Syndroms, werden die Betroffenen weiter an einen Psychiater überwiesen. Dieser nimmt sich viel Zeit für den Betroffenen, spricht mit ihm, stellt viele Fragen und diagnostiziert dadurch das Burnout-Syndrom. Zusätzlich wird der Betroffene medikamentös behandelt und ein Psychotherapeut herangezogen, der eine individuell abgestimmte Therapie erstellt. Nach der Therapie besteht die Möglichkeit, an einem Programm zur beruflichen Wiedereingliederung teilzunehmen, um das Burnout-Syndrom auch langfristig und im Job erfolgreich zu behandeln.

 

Lass es nicht so weit kommen

Lass es nicht zu einem Burnout kommen und zieh rechtzeitig die Reißleine, wenn dir alles zu viel ist! Spreche mit einer dir vertrauten Person darüber und schäme dich nicht. Gemeinsam könnt ihr versuchen, eine Lösung zu finden. Hier findest du Tipps, wie du dich richtig entspannen kannst, die dir dabei helfen können.
Wenn du dennoch bemerkst, dass du kurz vor einem Burnout stehst, kannst du hier einen Selbsttest durchführen und dich gleichzeitig über weitere Behandlungsmethoden informieren.

 

Im nächsten Artikel erzählt uns eine Betroffene im Interview ihre Geschichte – so stay tuned!

 

No Comment

You can post first response comment.

Leave A Comment

Please enter your name. Please enter an valid email address. Please enter a message.