»Nicht verfügbar« – das moderne No-Go im Handel

Ständige Verfügbarkeit ist für uns normal. Wie oft kommt es noch vor, dass wir länger als eine Postlaufzeit auf einen Artikel warten müssen? Und wenn wir im Supermarkt doch mal vor einem leeren Regal stehen oder beim Online-Shopping auf ein Versanddatum in 14 Tagen vertröstet werden, bricht schlechte Laune aus. „In dem Saftladen kauf‘ ich nie wieder ein.“
Vielleicht sollten wir uns aber öfters mal das schlichte Prinzip des „first come, first served“ zu Herzen nehmen – wer als zweites kommt, der muss eben mit Wartezeiten oder Alternativen zufrieden sein. Ist das wirklich so schlimm?

Volle Regale vs. Umwelt und Mensch

Gegenspieler 1: Der Transport
Allzeit gefüllte Regale - für uns normalStraßen voller LKW-Kolonnen, wer kennt das nicht. Aber warum sind das eigentlich immer so viele? Die Antwort liegt auf der Hand – oder, genau genommen, in den vollen Regalen. Gerade im Lebensmittelgeschäft ist die ständige Belieferung mit frischen Waren Normalität. Das reicht so weit, dass manche Läden sogar zwei Mal täglich beliefert werden. Das bedeutet nicht nur volle Straßen, sondern auch eine hohe Abgasbelastung der Umwelt. Viele LKWs, die in der Innenstadt fahren, sind gerade mal halb beladen. Auch Modegeschäfte verlangen oft mehr als regelmäßige Lieferungen, allen voran die großen Massenbekleidungsketten. Der Kunde soll schließlich den Wunschpulli stets in seiner Lieblingsfarbe und der richtigen Größe finden. Er soll aber auch Exklusivität und Einzigartigkeit genießen, wenn er die Kleidung trägt – es darf also keine Kollektion zu lang verfügbar sein. Ergo: Neue Lieferungen müssen her und Altes muss natürlich raus. Womit der zweite Gegenspieler der vollen Regale gefunden ist.

Gegenspieler 2: Der Abfall
MuelltonneWo Neues kommt, muss Altes raus. Im Handel heißt das häufig: Alles, was zugunsten der ständigen Verfügbarkeit im Überfluss bestellt wurde, landet am Ende im Müll. Bäckereibetriebe schmeissen in Deutschland pro Woche 9600 Tonnen Backwaren weg! Stellen wir uns mal vor, was passieren würde, wenn sie von anfang an nicht im Übermaß produzieren wuerden. Es entfallen Lagerkosten, Entsorgungskosten, Lieferkosten… kurz: Unsere Brötchen wären billiger. Ist es nicht das was uns glücklich macht? Aber es wäre dann eben auch möglich, dass unsere Lieblingsbrötchen mal ausverkauft sind. Was ist uns nun wichtiger?

Gegenspieler 3: Der Zeitdruck
Damit die Regale voll sind, muss natürlich auch entsprechend viel produziert werden – am besten auf Knopfdruck und so billig wie möglich. Wo ein Artikel fehlt, müssen längst drei neue sein! Um den Kunden zufrieden zu stellen, müssen andernorts straffe Liefertermine eingehalten werden – das Schiff wartet nicht.
Unabhängig von der Produktbranche heißt das in vielen Fällen: Menschen in wenig entwickelten Regionen der Welt müssen unter unmenschlichen Bedingungen zu Hungerlöhnen arbeiten. Zugunsten der schnellen und kostengünstigen Produktion wird dabei zudem oft auf Kunststoff gesetzt, gerade in der Textilbranche. Das ist jedoch nicht nur umweltschädlich, sondern setzt die Menschen, die die Kleidung herstellen, ebenso wie uns als Konsumenten gesundheitlichen Risiken aus. (mehr dazu in unserem Artikel „Das unendliche Plastik“)

Ich vs. die Gesamtheit

In welcher Relation steht also unser eigenes Wohlbefinden zu den Konsequenzen, die der Aufwand für ständig volle Regale mit sich zieht? Wie „normal“ ist es wirklich, dass wir die ständige Verfügbarkeit unserer Wunschartikel als selbstverständlich ansehen? Können wir es verantworten, dass wir im Verfügbarkeitsluxus baden, während andere Menschen dafür schuften müssen und die Umwelt unter unserem Verhalten leidet?

Get Lazy kann sich als Label nicht mit dieser Einstellung identifizieren. Wir haben unsere Artikel nicht immer auf Knopfdruck parat, denn wir haben bei der Herstellung Umwelt und Mensch im Kopf. Wir nehmen uns Zeit für jeden Schritt, den unsere Kleidung geht. Damit ihr euch am Ende mit gutem Gefühl Zeit für euch nehmen könnt, wenn ihr Get Lazy tragt.

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