Get Lazy hat sich klare Ziele gesteckt. Wir wissen, was uns wichtig ist und haben klare Prinzipien, nach denen wir handeln möchten (mehr dazu gibt es hier zu lesen). Zu unseren Vorstellungen müssen auch unsere Partner zu 100% passen!
Nach der Gründung von Get Lazy suchten wir deshalb weltweit nach einem passenden Lieferanten. Schließlich haben wir in Craft Aid einen Partner gefunden, der nicht nur zu unserer Philosophie passt, sondern sie auch vertritt und lebt.
Eine aufrichtige und vertrauensvolle Partnerschaft kann jedoch letztlich nur durch direkten Kontakt entstehen. Deshalb flogen wir dieses Jahr zum zweiten Mal nach Mauritius, um Craft Aid vor Ort zu besuchen.

Besuch 2014: Kennenlernen und Partner werden

Bereits 2014 haben wir Craft Aid in Mauritius besucht und uns ein Bild über die Bedingungen vor Ort gemacht. Damals stand für uns im Vordergrund, Einblicke in die Geschäftsabläufe und in die Lieferkette zu bekommen– denn wir wollen wissen, woher unsere Kleidung kommt und wie Sie hergestellt wird. In den ersten Gesprächen konnten wir schnell die partnerschaftliche und konstruktive Arbeitsweise von Craft Aid spüren. Uns überzeugte nicht nur die offene und menschliche Art, sondern auch die Art und Weise, Geschäfte auf die richtig zu machen. Schnell war jeder Zweifel beseitigt: Wir hatten einen Lieferanten gefunden, der zu uns passt.

Besuch 2015: Craft Aid auch dem Kunden vorstellen

Ende März 2015 besuchten wir Craft Aid nach gut einem Jahr Zusammenarbeit erneut. Dieses Mal ging es uns einerseits darum, unsere gemeinsame Vorgehensweise für dieses und die nächsten Jahre abzustimmen. Andererseits hatten wir aber auch das Ziel, Craft Aid unseren Kunden, also euch, vorzustellen und euch Einblicke in die Textilwelt zu geben.
DSCF2781 (2)Mit leichten Startschwierigkeiten (es war der Tag als Orkantief Niklas sein Unwesen in Deutschland trieb) flogen wir daher mit Filmausrüstung im Gepäck nach Mauritius.
Mittwochmorgens kamen wir bei Craft Aid an. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet dort während der Arbeitszeit eine Messe für alle Mitarbeiter statt – ein schönes gemeinschaftliches Ritual, finden wir, denn es zeigt: Jeder hier wird als Mensch behandelt, nicht bloß als Arbeiter. Die Mitarbeiter wurden über die aktuellen Themenschwerpunkte informiert, danach beteten sie gemeinsam für weiteres erfolgreiches Wirtschaften mit Gottes Beistand. Zuletzt wurden die März-Geburtstagskinder gefeiert. Das Allerschönste für uns: Zur Feier des Tages durften wir vor den etwa 100 anwesenden Mitarbeitern die Idee hinter Get Lazy vorstellen!

Näherin Pamela über die Schattenseite der Textilbranche

Näherin bei Craft AidAm 2. Tag standen Aufnahmen der Produktionsabläufe vor Ort sowie diverse Interviews auf dem Programm. Das Highlight unserer Reise war die Einladung der Näherin Pamela zu sich nach Hause. In ihrer vertrauten Umgebung erzählte sie uns ihre bewegende Geschichte: Seit ihrem 14. Lebensjahr arbeitete sie in einer Textilfabrik. Bis zu 15 Stunden täglich schuftete sie dort für einen Minimallohn. Jedes Jahr gab es staatliche Kontrollen in der Fabrik; da sie zu jung zum Arbeiten war, musste sie sich dafür in einem Spind verstecken. Aufgrund mangelnder Schutzausrüstung wurde sie krank. Sie verlor ihren Mann, da neben der Arbeit keine Zeit für ihn blieb, und schließlich nach 10 Jahren aufgrund ihrer Erkrankung auch ihren Job in der Textilfabrik.
Danach arbeitete Sie in einem Touristenshop, bis dieser schließen musste. Sie stand vor dem Nichts. Ein Freund erzählte ihr dann von Craft Aid. Obwohl Sie sich geschworen hatte, nie wieder in einer Textilfabrik zu arbeiten, ging sie zum Einstellungsgespräch. Bereits hier merkte Sie, dass es auch anders geht, als an ihrem alten Arbeitsplatz.
Seit etwa zwei Jahren arbeitet sie nun bei Craft Aid. Für Sie ist es vielmehr ein gemeinsames Schaffen mit der Familie.

Natürlich ist auch Craft Aid nicht perfekt, ebenso wenig wie wir es bei Get Lazy sind. Aber bei unserem zweiten Besuch vor Ort wurde uns noch einmal besonders deutlich: Craft Aid geht innovative Wege und sieht den Menschen als Ganzes. In der konventionellen Textilproduktion ist das meist nicht der Fall, wie Pamelas Geschichte uns zeigte.
Am letzen unserer drei Tage bei Craft Aid wurden wir von Herrn Kamundu, dem Inhaber und Geschäftsführer, zum Mittagessen bei sich zu Hause eingeladen. Gemeinsam stimmten wir unsere Pläne für die Zukunft ab und machten uns Gedanken darüber, wie wir unser Handeln fair gestalten wollen. Wir fragten uns schließlich: Was wäre, wenn jeder in der Welt sein Handeln hinterfragen würde? Vielleicht können wir die Welt ja doch noch ein kleines bisschen besser machen…

Was aus unseren Aufnahmen geworden ist, das bekommt ihr in wenigen Tagen zu sehen. Ihr dürft gespannt sein auf lebendige Einblicke!

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